10 Tipps für ein gutes Miteinander auf Stell- und Campingplätzen

Wohnmobil Knigge, Campingplatz

 

In Zeiten von immer mehr Hektik und Stress ist der Wohnmobil Urlaub die perfekte Reiseform um richtig schön abzuschalten und den Gott einen lieben Mann sein zu lassen. Wer häufiger unterwegs ist wird merken das es hier und da mal Streit unter Campern gibt der die Urlaubsatmosphäre trübt. Damit Dir das nicht passiert habe ich die 10 Tipps zusammengefasst, die einen guten Rahmen für ein nettes miteinander bieten. Nach über 3 Jahren Leben im Wohnmobil und als Inhaberin eines  Wohnmobil Reiseführer für Hundebesitzer bin ich permanent auf Stell-und Campingplätzen unterwegs, sodass du Dir sicher sein kannst das ich weiß wovon ich schreibe ;) 

 

1. My home is my castle

Man hat gerade seine Parzelle bezugsfertig gemacht, sitzt mit der ganzen Familie beim Grillen zusammen und der Camper-Nachbar läuft quer über meine Parzelle. Jeder hat für seine Parzelle bezahlt, sie ist der individuelle Abstandshalter und nicht als Abkürzung gedacht damit man 10 Sekunden schneller sein Ziel erreicht.

 

Wohnmobil Knigge, Campingplatz

Zudem finden das Hunde überhaupt nicht cool wenn man ungefragt in ihr Territorium eindringt. Wir waren mal auf einem Stellplatz da hätte der Nachbar wirklich sehr umständliche Labyrinth Wanderungen unternehmen müssen um zum Duschhaus zu kommen.

 

Er fragte uns höflich ob er über unsere Parzelle laufen darf und ich erlaubte es ihm, mit der Bitte das es kein Dauerzustand sein soll. Im Notfall fragen auch wenn man vorab schauen kann welchen Platz man sich aussucht. 


2. Dauerbeschallung

Jeder will während des Camping Urlaubs abschalten, das Zwitschern der Vögel genießen und zur Ruhe kommen. Da ist es unangebracht den Strom Generator 24/7 laufen zu lassen. Ein weiterer Punkt ist extrem laute Musik und den Fernseher auf Stufe max. laufen zu lassen. Wenn man gerne lauter Fernsehen schauen will, weil man nicht mehr so gut hört, dann einfach die Fenster schließen. 

3. Die Räucherkammer

Ich gehöre zu der Fraktion intolerante Ex-Raucherin :) und bin froh das ich mein Leben ohne Glimmstängel verbringe, trotzdem habe ich viele Freunde die rauchen und das ist auch vollkommen ok. 

 

Doch wenn man schon nach draußen geht um eine zu rauchen, weil man sein Wohnmobil wegen Werterhaltungsmaßnahmen nicht vergilben will dann doch bitte nicht unter das geöffnete Fenster vom Nachbarn stellen. Dazu gehört auch das Grillen mit Holzbriketts das eigentlich auf vielen Plätzen längst verboten ist, jedoch immer noch sehr häufig vorkommt, weil der Platzwart nicht vor Ort ist oder es sich um vollautomatische Plätze handelt. Ich spreche das auch immer direkt aus dem Sicherheitsaspekt an, weil wir alle Gas an Bord haben.


4. Drängeln bis der Arzt kommt

Immer wieder ein Streitpunkt und ich habe Live mitbekommen wie sich zwei Erwachsene Kinder an der Wasserstation geprügelt haben, weil es nicht schnell genug ging. Einer von Beiden ist auf den Hinterkopf gefallen und trug eine Platzwunde davon die mit 7 Stichen genäht werden musste. Leute ich weiß die Sommer werden immer heißer, jeder will ausschlafen, frühstücken und fährt dann gemütlich auf die Station. 

 

Wohnmobil Knigge
Aussteigen und Druck machen ist ein NOGO

Wenn jemand anderes dann eher auf der Station steht,  hat man zu warten ohne den Motor laufen zulassen, zu drängeln, zu hupen oder mit seiner Kassette an die Station zu gehen und direkt neben dem der auf der Station steht zu entsorgen, das gehört sich nicht.

 

Es gibt viele Greenhorns die brauchen einfach länger um sich zu organisieren aber wir haben auch mal angefangen und mussten die Abläufe verfeinern. Wir haben alle ein Wohnmobil und können in der Zeit ganz entspannt anstehen, einen Kaffee trinken und Musik hören.


5. Gerüche die keiner braucht

Man sitzt vor dem Wohnmobihr, beißt genüsslich in sein Brötchen und nimmt einen strengen Geruch wahr bei dem man am liebsten wieder rein gehen will. Die Rede ist vom offenen Grauwasser Tank. Auf Nachfrage hin bekam ich oft die Antwort das die Sensoren durch die schleimige graue Brühe zugesetzt werden und die Anzeige irgendwann nur noch Alarm anzeigt. Das ist jedoch nicht weiter schlimm und sollte kein Grund dafür sein den Schieber für den Grauwassertank offen zu lassen, zumal man den Gestank je nach Windrichtung ja in die eigene Nase bekommt. Wenn man die Sensoren wieder freibekommen will dann nimmt man einfach etwas Kukident (Aktivsauerstoff) löst diesen in warmen Wasser auf und der Sensor ist nach ein paar Anwendungen wieder frei. Auch nach dem Entsorgungsvorgang daran denken den Schieber wieder zu verschließen.

 

6. Auf der Suche nach einem Kuschelpartner

Auf Plätzen die unparzelliert sind kommt es leider häufig vor das es Camper gibt die sich noch in die Letzte Lücke quetschen.

Diese Mobilisten sind kein Vorbild, denn Sie nehmen einem den Raum zum atmen und gefährden das Gemeinwohl, denn wenn auch nur eine Gasflasche in die Luft fliegt dann ist der Dominoeffekt groß.

 

 

Aus diesem Grund gibt es in einigen Bundesländern eine Brandschutzverordnung die vorschreibt das man 3 Meter Abstand zum Nachbarn halten muss. 

 

Die Steigerung dazu ist ein Phänomen das man leider immer wieder erlebt. Man kann nicht so recht in die Köpfe reinschauen aber es ist weder angenehm noch vermittelt es Charme sich "Tür an Tür" zum Nachbarn zu stellen, sodass man beim morgendlichen Frühstück gleich fragen kann ob noch etwas Kaffee da ist.

 

Bitte achtet generell darauf Abstand zu halten, denn Freiheit braucht Raum.

Wohnmobil Knigge, Campingplatz
So sollte es sein ;)

7. Himmlische Abendruhe

Wohnmobil Knigge, Campingplatz

Auf vielen Stell- und Campingplätzen ist das eigentlich fest geregelt doch es gibt dahingehend immer wieder Probleme. Auch wir haben das eine oder andere Mal über die Stränge geschlagen, weil wir unsere Freunde seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben, dann kommt ein Drink auf den Anderen und man unterhält sich zu ausgelassen.

 

Es ist uns zwei mal passiert und als wir darauf angesprochen wurden haben wir die Lautstärke gemäßigt und sind dann auch ins Bett gegangen. Allerdings sollte es nicht soweit kommen das man uns an die vorgeschrieben Zeiten erinnern muss.


 

Gerade ältere Leute haben Ihr ganzes Leben lang gearbeitet um im hohen Alter den Lebensabend zu genießen und wollen einfach Ihre Ruhe habe ebenso Eltern die ihre kleinen Kinder mit ganz viel Mühe in den Schlaf gesungen haben. Auch wenn man erst spät anreist sollte man darauf achten das man beim Strom anschließen nicht den Elefant im Porzellanladen mimt.

 

8. Spielplatz am Wohnmobil

Ich habe selbst zwei Kinder und liebe Kinder, doch das Wohnmobil des Nachbarn ist keine Wand um Fußball zu spielen, dafür gibt es geeignete Plätze oder man geht ein wenig abseits mit seinen Kindern spielen. Die Krönung die wie erlebten war als ein Junge etwa 10 Meter entfernt vom Mobil der Eltern und 1 Meter entfernt von unserem Wohnmobil mit einem Lederball gespielt hat. 

 

Ich ging raus klärte den Jungen auf und schenkte ihm einen kleinen Softball und sagte ihm spiel wenn dann damit. Daraufhin kam der Vater und spielte mit dem Lederball weiter und der Ball flog gegen unser Wohnmobil.

 

Ich stellte ihn zur Rede und er sagte mir dafür habe ich eine Versicherung. Ich bin daraufhin zum Platzwart gegangen und die Leute musste abreisen. Bevor es zu solchen Situationen kommt einfach ein wenig Rücksicht nehmen. 


 

Ich kann verstehen das nicht jeder Lust auf einen 5 Sterne Campingplatz mit Dauer-Animation hat und sich deshalb einen Stellplatz in der Natur aussucht aber auch dort gibt es sicherlich einen offiziellen Spielplatz. Kinder sind das schönste Geschenk das es gibt und sie verdienen die Aufmerksamkeit die es braucht um zu lernen was richtig und falsch ist.

 

9. Im Kreuzverhör der Camper

Ich stehe auf der Ver- und Entsorgungsstation, entleere gerade die Fäkalien und es geht los:,, Wie viel Ps hat Ihr Mobil?

Wie groß ist der Schwarzwassertank? Wie viel haben Sie bezahlt? Am Anfang habe ich sogar noch geantwortet, doch heutzutage sage ich sehr direkt: ,,Ist Ihnen bewusst das ich gerade meine Fäkalien entleere und keine Zeit für Smalltalk und Finanzfragen habe." Die Camper die das verstehen, mit denen kommt man tatsächlich noch ins Gespräch, denen die sich pikiert fühlen ist sowieso nicht mehr zu helfen.

 

Für mich ist es wichtig das der Zeitpunkt passt und ich mich wohlfühle. Gespräche wie: ,,...und zufrieden mit dem Schiff ? führe ich nicht mehr oder sage erstmal schönen Guten Tag ich bin die Claudia, wie geht es Ihnen ? Dann kommt oft ein verdutztes:,, Ja Hallo ich bin der Rainer....Dieses von der Seite angequatschte ist sehr unpersönlich und vermittelt kein gutes Gefühl.

 

Wir haben unterwegs viele Freundschaften geschlossen und tolle Leute kennengelernt und sehr oft sind diese Freundschaften durch Aufrichtigkeit entstanden und nicht durch wahnhafte Neugier und penetrantes Auftreten. Einfach locker bleiben, dann ergibt sich ein Gespräch von ganz alleine.

 

10. Who let the Dogs out ?

 

Wir haben selbst Hunde und sind auch der Meinung das es viel zu viele Camper gibt die sich unbegründet über Hunde beschweren und denken ein Hund muss 24/7 den Mund halten. Genauso kommunikativ wie wir Menschen sind so kommunikativ sind auch unsere liebsten Vierbeiner. Doch auch wir Hundebesitzer tragen dazu bei unseren Ruf zu wahren.

 

Lassen wir mal das Thema Hundekot beiseite, denn das sollte glasklar sein. Ein Punkt der anscheinend weniger klar ist, ist der das Hundepippi nichts am Reifen vom Nachbarn verloren hat. Es ist für die Hunde aus dem bepinkelten Wohnmobil eine Kriegserklärung.

 

Wohnmobil Knigge, Campingplatz

Auf dem Platz sollte der Hund an der Leine gehalten werden ganz egal wie lieb er ist oder wie gut er hört, denn Hunde sind territorial und wollen nicht das fremde Hunde ungefragt auf die Parzelle stürmen.

 

Es gibt zudem auch Menschen die Schlimmes erlebt haben und schlicht und ergreifen Angst haben. Wenn ein Stellplatz nur mit ein paar Mobilen belegt ist und sich untereinander kennt ist das natürlich etwas anderes.

 

Versucht auf den Plätzen frontales aufeinander zulaufen zu vermeiden weil das aus hündischer Sicht ein Affront ist. 


 

Bellen ist die Sprache des Hundes und gehört zur Kommunikation dazu aber das Dauergebelle von nicht artgerecht ausgelasteten Hunden geht zur Lasten aller Camper.

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