Mittelmeerkrankheiten - Was Hundebesitzer vor einer Reise wissen sollten

Unter dem Begriff Mittelmeerkrankheiten beim Hund sind alle Krankheiten zusammengefasst, die in südlichen Ländern von Zecken oder Stechmücken übertragen werden. Das bedeutet jedoch nicht, das diese nur am Mittelmeer lauern. Auch am Atlantik sind Sie anzutreffen. Seit kurzem sind sogar der Süden Deutschlands und die Schweiz betroffen, die ja so gar nichts mit dem Mittelmeer zu tun haben.

 

Die Beiden für die Hunde am gefährlichsten Krankheiten werden von Stechmücken übertragen die meist von April bis Oktober aktiv sind. Bei Abend/ Nachttemperaturen von unter 16 Grad besteht jedoch keine Gefahr.

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Wir schützen unsere Hunde das ganze Jahr über mit einem Seresto Band und in den warmen Monaten zusätzlich noch im Abstand von 4 Wochen mit Milbemax. Herzwürmer haben so keine Überlebenschance. Nach Einbruch der Dämmerung gehen wir nicht mehr mit den Hunden spazieren und Sie schlafen auch selbstverständlich bei uns mit im Reisemobil.

 

Nach der Reise ist es wichtig, das man sofort einen Tierarzt aufsucht, wenn man bei seinem Hund irgendwelche Krankheitsanzeichen feststellt. Je früher das Tier behandelt wird desto größer sind seine Heilungschancen. Da Symptome oft erst nach mehreren Monaten auftreten ist es wichtig den Tierarzt auf die zurückliegende Reise hinzuweisen.

Leishmaniose

Leishmaniose ist die am häufigsten vorkommende Infektionskrankheit. Sie wird von der Sandmücke übertragen. Die Sandmücke ist ein 3 mm großes gelblich bis dunkelbraunes Insekt. Sie ist von Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen unterwegs. Sie braucht ca. 5 Minuten für einen Stich, also schlafende Lebewesen die sie nicht abwehren.

 

Die Sandmücke fliegt bis in eine Höhe von ca. 3 Metern. Wer sein Schlafzimmer höher gelegen hat wird somit verschont.

Es gibt sie in Lateinamerika, den Mittelmeerländern und inzwischen sogar in Süddeutschland (Baden-Württemberg) und in der Schweiz. Meist äußert sich diese Krankheit erst Monate nach der Infektion. 

 

Symtome:

  • Mattigkeit
  • Fieberschübe
  • Durchfall
  • Abmagerung
  • Muskelschwäche
  • starke Schuppenbildung

Sehr verdächtig sind Haarausfall am Nasenrücken, den Ohrenspitzen und um die Augen herum. Durch die Entzündung des Krallenbetts kommt es auch zu starkem Krallenwachstum un das Krallenhorn wird brüchig.

 

Diagnose: Die Krankheit wird mittels eines Bluttests diagnostiziert, allerdings verschafft nur eine aufwendige Knochenmarkpunktion absolute Sicherheit.

 

Behandlung: Erkrankte Hunde benötigen meist eine längere Zeit Medikamente, unter Umständen auch ein Hundeleben lang. Inzwischen gibt es gegen Leishmaniose auch einen Impfstoff. Die Impfung macht dann Sinn, wenn man sich dauerhaft mit seinem Hund in einem Gefahrengebiet aufhält.

 

Heilungen sind bei Tieren aus den südlichen Ländern bekannt, die sich entweder im Mutterleib oder in jungen Jahren infiziert haben. Sie haben ein besseres Immunsystem, weil es sich der Krankheit angepasst hat.

 

Unbehandelt endet Leishmaniose tödlich.

 

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Dirofilariose


Die Dirofilariose ist eine parasitäre Herzerkrankung. Sie kommt in ganz Südeuropa vor. Norditalien (die Po-Ebene) ist besonders betroffen. Genauso verhält es sich mit der USA. Diroflarien, auch Herzwürmer genannt leben im Blutgefäßsystem. Sie werden bis zu 30 cm lang und siedeln sich vor allem in der rechten Herzkammer an.

 

Symptome: Die Krankheit macht sich durch Husten, Atemnot und Leistungsabfall bemerkbar.

 

Diagnose:

  • mittels Bluttest

Behandlung: Je nach Stadium der Krankheit kann eine medikamentöse Therapie oder eine operative Entfernung der Herzwürmer von Nöten sein. Beides birgt jedoch große Risiken. Unbehandelt verläuft die Krankheit in jedem Fall tödlich.

 

Ehrlichiose


Ehrlichen sind bakterielle Erreger, die in verschiedenen Blutzellen leben und das Immunsystem schwächen. Sie werden von Zecken übertragen und kommen in den Tropen/Subtropen, Asien, Afrika und in den Mittelmeerländern vor. 

 

Symptome: 

  • geschwollene Lymphknoten
  • eitrigem Nasen/Augenausfluss
  • Durchfall
  • Fieber
  • Atemnot
  • Appetitlosigkeit

Diagnose: 

  • mittels Bluttest

Behandlung: Die Therapie erfolgt durch eine mehrwöchige Antibiotika-Kur. Wenn das Knochenmark nicht befallen ist, haben die Tiere eine gute Chance auf Heilung.

 

Babesiose


Babesien sind Einzeller, die sich in den roten Blutkörperchen vermehren und diese dabei zerstören. Man nennt diese Krankheit deswegen auch Hundemalaria. Babesiose wird von Zecken übertragen. Sie kommt in den Tropen, den Mittelmeerländern und der Schweiz vor. Ungarn ist besonders stark betroffen. 

 

Die Krankheit verläuft in Schüben und hat eine Inkubationszeit von 10 Tagen- 21 Tagen.

 

Symptome:

  • Matigkeit
  • Fieber
  • blasse Schleimhäute
  • vergrößerte Leber/Milz
  • rot bis grünbrauner Harn

Behandlung: Der Hund wird ca. 3 Wochen mit Antibiotika behandelt und die Heilungschance sind sehr gut.

 

Präventivmaßnahmen Mittelmeerkrankheiten

  • hervorragenden Schutz gegen Flöhe, Zecken und Sandmücken für 7-8 Monate 
  • Gute Verträglichkeit, weil der Wirkstoff über die gesamte Dauer portioniert abgegeben wird

 

Ich benutze das Seresto Band, weil meine Hunde es wesentlich besser vertragen als die Spot ons, die den Wirkstoff auf einen Schlag abgeben.


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